Fara ad synda - Schwimmen gehen
Sonntag 13.11.2011 / 17:15 h / Filmladen
Fara ad synda - Schwimmen gehen
Regie: Bettina Schwarzenbach
Produktion: Ramona Mueller
Kamera: Geraldine Zosso
Goldener Schlüssel
Weltpremiere
Schweiz, / 01:10:00 / englisch, isländisch / deutsche UT
Jeder redet davon – doch wie wurde die Finanzkrise erlebt und welche Auswirkungen hat sie tatsächlich noch auf die Menschen heute? Der Film geht an den Ursprung der Katastrophe: nach Island. Schon aufgrund der geografischen Verhältnisse ein Biotop im Weltgeschehen, hat der Zusammenbruch der isländischen Bankenwelt und des Investment-Luftschlosses die Bewohner des Eilands noch einmal in eine Ausnahmelage versetzt.
Ein Jahr ist es her, seit der isländische Premierminister vor seinem Volk den Zusammenbruch der drei größten isländischen Banken verkündet hat und seine Rede mit „Gott segne Island“ beendet hat. Vieles hat sich verändert für die Isländer seither. FARA AD SYNDA - SCHWIMMEN GEHEN erzählt von persönlichen Schicksalen als Folge einer Finanzkrise. Gudrun Lilja, die Designerin, wird die ehemals exklusiv als „Limited Editon“ verkauften Werke nicht mehr los und sie verliert vielleicht ihr Haus. Palin hat ihren Job bei der Bank verloren und arbeitet nun in einem Ökodorf. Der Handwerker Valdi wohnt in seiner Garage. Seine beiden Wohnungen sind vermietet, der Mietzins reicht aber nicht, um die Hypothek zu bezahlen. Gudrun Helga, die arbeitslose Wirtschaftsjournalistin, hat ihr eigenes kleines Tourismusunternehmen gegründet. Siggi Punk hat die Krise vorausgesagt. Er veröffentlicht anarchistische Literatur und protestiert gegen die Regierung. Hannes ist seit Oktober arbeitslos. Er hat Angst vor dem kommenden Winter.
Doch ein Ende bietet immer auch die Möglichkeit eines neuen Anfangs, eines Aufbruchs. Und so reagiert jeder der Protagonisten ganz anders auf die Krise. Es entwickeln sich alternative Lebensmodelle, man wird dazu gebracht, über sein Leben nachzudenken. Gudrun Lilja plant z.B., Särge aus Recyclingmaterial zu entwerfen. Inwieweit diese alternativen Konzepte erfolgreich sind, sei dahin gestellt, aber immerhin bewegt sich etwas. Neben diesen persönlichen Schicksalen zwischen Hoffen und Verzweiflung arbeitet der Film die faktischen Hintergründe der Bankenkrise auf. FARA AD SYNDA - SCHWIMMEN GEHEN gibt also bis zu einem gewissen Grad eine Antwort auf die Frage „Wie konnte es dazu kommen?“. Die Frage, was danach wird, muss jedoch jeder für sich selber beantworten.