ICH KOCH
Sonntag 13.11.2011 / 15:00 h / Filmladen
ICH KOCH
Regie: Bettina Timm
Produktion: Alexander Riedel
Kamera: Alexander Riedel, Martin Farkas
Deutschland, / 01:12:00 / deutsch / none
Zwischen 400 Knödeln und Boeuf Mignon: Auf der einen Seite Sterne-Restaurant, auf der anderen Großküche. Georg und Julien verfolgen das gleiche Ziel: Sie möchten Koch werden und ganz groß rauskommen – am liebsten auf einem Luxusdampfer oder in einem Pariser Edelrestaurant. Doch die Realität sieht anders aus: Hartes Lernen, Arbeiten unter schwersten Bedingungen und wenig Freizeit. Da ist es fast egal, wo man seine Lehre macht.
ICH KOCH zeigt die Realität hinter der Ausbildung zum Koch, jenseits aller idealisierenden Klischees, die TV-Kochshows suggerieren. Denn das Genre ist populär wie nie, Kochkurse haben Hochkonjunktur und Kochen steigt auf im Status vom Handwerk zur Kunst, dank Meisterköchen und Molekularbiologen wie Ferran Adrià. ICH KOCH zeigt auch die Kehrseite; der Film erzählt von den Wünschen und Träumen und Schwierigkeiten, die diesen Beruf begleiten. Und zeigt eine Wirklichkeit, die mit den gängigen Klischees wenig zu tun hat. Die harte, oft monotone Arbeit in heißen, dunstigen Küchen ist der Preis für das gelungene Mahl, ein kurzlebiges Kunstwerk, das – schnell gegessen – im Genuss vergeht.
Wenn Julien in der Großküche den 400. Knödel dreht, kommen schon Zweifel auf, ob er es bis Paris schaffen wird. Und Georg im Sterne-Restaurant wird zwar irgendwann perfekt Meeresgetier zerlegen können, aber seine Sehnsucht nach Zeit – zum Abhängen, Feiern, Frauen kennenlernen – wird das kaum stillen.
Der Film zeigt zwei Welten und zwei Träumer, ihre Frustration, ihre Begeisterung und ihre sehr individuelle Art, damit umzugehen.